Trotz der tiefen Stichverletzung gibt die Schildkröte nicht auf.

Als Paul und Diane Tuttle aus dem US-amerikanischen Bundesstaat Illinois eines schönen Tages im September 2015 ihre Terrasse betreten, entdecken sie etwas, das sie bis heute nicht vergessen können. Vor ihren Augen schleppt sich eine steinalte Schildkröte durch den Garten. Paul und Diane sehen sofort, dass sie Schlimmes durchgemacht haben muss.

Als sie näherkommen, sehen sie, dass es eine Schnappschildkröte ist, aus deren Panzer ein dicker Schraubendreher herausragt. Es scheint, als hätte jemand versucht, das arme Tier auf brutalste Art und Weise zu töten. Doch trotz der schwereren Verwundung hat sich die Schildkröte bis in den Garten der Tuttles schleppen können. Paul und Diane sind geschockt, als sie entdecken, dass das Tier auch noch eine Stichverletzung am Kopf hat. Sofort versorgen sie es und rufen beim örtlichen Tierheim an.

Später erfahren sie, dass es beinahe an ein Wunder grenzt, dass das Tier ihnen gegenüber so ruhig geblieben ist. Denn Schnappschildkröten haben einen unglaublich starken Kiefer, mit dem sie ohne Probleme Knochen durchtrennen können. Paul und Diane sind sich allerdings sicher, dass die Schildkröte gespürt hat, dass sie bei ihnen gut aufgehoben ist. Sie nennen sie „Tuttle“ (nach ihrem eigenen Nachnamen) und nehmen sie vorläufig bei sich auf.

Und Tuttle braucht die Pflege dringend. Es stellt sich nämlich heraus, dass sie nicht nur ein Auge verloren, sondern auch einen Schädelbruch erlitten hat. Doch mit viel Geduld und Fürsorge befindet sie sich bald auf dem Weg der Besserung. Und sie muss ihn nicht allein gehen. Der hinzugerufene Spezialist Douglas Holmes hat Erfahrung mit Reptilien und Verletzungen dieses Ausmaßes. Er erklärt sich sofort bereit, Tuttle zu betreuen, und sorgt zusammen mit Paul und Diane dafür, dass sie sich über den Winter gut erholen kann.

Neun Monate später hat man zwar den Tierquäler noch nicht ausfindig machen können, aber dafür ist Tuttle kaum wiederzuerkennen: Sie ist vollständig genesen und konnte mittlerweile wieder in ihr natürliches Umfeld entlassen werden. Tuttle ist einfach froh, dass sie wieder draußen sein und ihr Leben genießen kann. Hätte Tuttle es nicht in den Garten von Paul und Diane geschafft, wäre sie sicherlich elendig verendet. Paul und Diane können stolz sein, weil sie ein Leben gerettet haben.

Tuttle hat hoffentlich noch viele entspannte und schöne Jahre vor sich. Doch wer sie sieht, wird zustimmen, dass Tuttle diesen Wunsch sicher wahrmachen wird.

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