Bewegender Fund: Tödlich verletzter Kojote wurde von Genossen versorgt.

Die amerikanische Tierschutzorganisation Predator Defense („Verteidigung der Raubtiere“) hat es sich zur Aufgabe gemacht, im Bundesstaat Oregon (USA) bedrohte Wildtiere zu beschützen. Denn leider haben viele Menschen dort enorme Vorurteile gegenüber jagenden Tieren wie etwa Kojoten. Sie legen grausame Fallen aus, in denen die Tiere oft unter elenden Qualen zugrunde gehen. Das mussten der Leiter der Organisation, Brooks Fahy, und sein Team schon oft erleben. Aber auf was sie an diesem kalten Wintertag stoßen, macht auch sie sprachlos.

Nachdem Brooks einen anonymen Anruf über einen Kojoten in Not erhalten hat, macht er sich auf den Weg in den Wald. Bald wird er fündig: Ein junger Kojote hat sich in einer Schnappfalle verfangen. Er liegt in seinem eigenen Blut und sein Bein ist schwer verletzt. Es scheint, als sei er schon länger in dieser schmerzhaften Lage, was leider keine Seltenheit ist. Oft müssen die in die Fallen getappten Tiere tagelang leiden, bevor sie „endlich“ sterben. Als Brooks auf das verwundete Tier zugeht, senkt es den Blick, es scheint sein Schicksal zu akzeptieren.

Youtube/NRDCflix 

Brooks bemerkt außerdem, dass um den Kojoten herum mehrere kleine Pfützen sind, aus denen er offenbar getrunken hat. Darüber hinaus liegt ein abgenagter Ast neben dem Tier. Brooks erkennt, dass der Kojote daran genagt hat, um die Schmerzen bewältigen zu können. Doch dann sieht er noch etwas, das ihn stutzig macht. Neben dem Tier liegen mehrere kleine Knochen und er entdeckt die Spuren anderer Kojoten. Offenbar hat ein Tier aus seinem Rudel ihn mit Nahrung versorgt, damit er nicht verhungert. Brooks ist gerührt und erinnert sich: „Es war wirklich herzzerreißend. Bis heute verfolgt mich diese Szene.“

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Mit viel Geduld und Vorsicht können sie den Kojoten schließlich befreien und das ganze Ausmaß der Verletzungen sehen. Das Tier ist ungefähr zwei Jahre alt und scheint gesund – bis auf seine Pfote, die leider völlig zerstört ist. Aus dem Fell ragen blanke Knochen. Als sie den verstümmelten Kojoten in ihrer Zentrale versorgen, erkennen sie, dass sie doch nichts mehr für das arme Tier tun können.

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Denn seine Pfote ist beinahe vollständig durchtrennt. Die Tierschützer können nur erahnen, welche Schmerzen der Kojote erleidet. Dann entscheiden sie sich, das in dieser aussichtslosen Lage Richtige zu tun und den Kojoten von seinem Leid zu erlösen. Er ist völlig entkräftet und lässt sich von den Helfern sanft streicheln, während sie ihn unter Tränen einschläfern. 

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Auch wenn sich diese Szenen bereits im Jahr 1992 abspielten, kann Brooks sie bis heute nicht vergessen. Es sind Schicksale wie dieses, die ihn immer wieder antreiben und ihm Kraft für seine Arbeit geben. In folgendem Video erzählt er die Geschichte einmal selbst (auf Englisch):

Bis heute werden immer wieder Kojoten, Hunde und andere Tiere Opfer dieser Fallen und sterben einen qualvollen, unnötigen Tod. Brooks sagt, dass „die Fallen keinen Unterschied zwischen Tieren machen. Und die Leute sind besonders grausam zu Kojoten. Sie werden einfach gejagt.“ Dabei sind sie eigentlich nicht gefährlich, vor allem nicht für Menschen.

Für das Team von „Predator Defense“ eine unerträgliche Vorstellung. Die Helfer setzen sich dafür ein, dass dieses Leid ein Ende hat. Und immer wenn Brooks an seiner Arbeit verzweifelt, denkt er an den Kojoten, der von seinem Rudel nicht im Stich gelassen wurde. Sein Ziel bleibt es, solche Schicksale zu verhindern.

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