Straßenhunde organisieren sich in der Moskauer U-Bahn.

Die Riesenmetropole Moskau zählt über 11 Millionen Einwohner. Im Minutentakt spucken die U-Bahnen tausende von Menschen aus, die von A nach B wollen. In diesem Chaos ist man schnell verloren. Das gilt aber nicht für diese tierischen Stadtbewohner: Denn in Moskau unter Tage leben die wohl intelligentesten Straßenhunde. Um ihr Überleben zu sichern haben sie absolut erstaunliche Fähigkeiten entwickelt. Hier sind die Beobachtungen eines russischen Verhaltensforschers, Dr. Andrej Pojarkow.

An jedem Morgen, so pünktlich, dass man die Uhr danach stellen könnte, schlüpfen diese Straßenhunde durch die sich gerade schließenden U-Bahn-Türen und begeben sich in die Stadt. Die herrenlose Tiere sind eigentlich in den Vororten von Moskau zuhause. Doch die Nahrungssuche treibt sie jeden Tag in das Zentrum der Metropole. Dort hoffen sie auf ihre Beute: Essensreste, Abfall, Müll.

Die pendelnden Vierbeiner haben sich jene, absolut außergewöhnliche Verhaltensweise angeeignet. So steigen die Hunde immer nur in den ersten und den letzten Waggon der U-Bahn. Denn dort sind die Fahrgeräusche am erträglichsten, für ihre hochempfindlichen Ohren. Und woher wissen die Tiere, wann sie aussteigen müssen? Sie haben gelernt, anhand der Zeit, die sie im Zug verbringen, haargenau abzuschätzen, wann sie die richtige Station und ihr Ziel erreicht haben. Sie arbeiten in Gruppen zusammen und geben sich gegenseitig Bescheid.

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Doch genau wie wir Zweibeiner schlafen auch einzelne Hund während der Fahrt ein und verpassen dadurch ihre Haltestelle. Dann springen die super-intelligenten Hunde irgendwann hektisch auf und nehmen den Zug in die Gegenrichtung. Außerdem liefern sich die Hunde eine Art Mutprobe. Erst lange nach dem Abfahrtssignal, im wirklich allerletzten Moment, springen sie in den Waggon. Nur einen Wimpernschlag später und ihr Schweif würde von der zuknallenden Tür zerschmettert. Je knapper, desto mutiger und angesehener ist der Hund.

Abends springen die Hunde nach vollbrachten Tagwerk wie selbstverständlich wieder in den Zug und fahren in Gegenrichtung zu den Vororten zurück.

Ganz wie Menschen! Das Fazit von Dr. Pojarkow lautet ebenso einleuchtend wie überzeugend: "Hunde sind wirklich verblüffend gute Psychologen. Sie können uns Menschen in die Seele schauen!"

In diesen Worten steckt soviel Wahrheit, dass ihnen nichts hinzuzufügen ist. Lass sie auch auf andere Menschen wirken und teile diese Beobachtungen eines Tierfreunds.

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