Wochenlang kämpft sein geliebter Hund sich 180km zu ihm. Nur, um am Ende im Müll zu landen.

Jeder, der schon mal einen treuen Hund in seinem Leben hatte, weiß, wie loyal die Vierbeiner sind und welche Kräfte ihre Liebe in ihnen erwecken kann. Sie haben auf jeden Fall einen ganz besonderen Platz im Herzen ihrer Besitzer. So auch der Golden Retriever Gonker, der mit seinem Herrchen Marshall Fielding im US-amerikanischen Virginia lebt. Die beiden verbindet eine ganz besondere Freundschaft, die aus einer Tragödie entstand.

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Denn Marshall und Gonker fanden 1992 zueinander, nachdem Marshalls neugeborene Tochter bei einer Herzoperation gestorben war. Der junge Vater war völlig verzweifelt, hatte jeden Lebenswillen verloren. Bald darauf verließ ihn auch noch seine Freundin. Ohne ein Wort des Abschieds, ohne die Chance auf einen Schlussstrich. Der Schmerz war wohl einfach zu groß.

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Marshalls Familie versuchte alles, um ihn zu unterstützen, ihn aufzuheitern. Schließlich stießen sie auf den winzigen Gonker, noch ein Welpe. Der aus schlimmen Verhältnissen gerettete Hund sprang mit Anlauf in Marshalls Herz und bald schon waren die beiden unzertrennlich. Gemeinsam gingen sie auf lange Wanderungen, alberten zusammen herum, spielten und waren immer füreinander da.

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Als die beiden allerdings im Jahr 1998 – Gonker ist da bereits sechs Jahre alt – auf dem berühmten Appalachen-Weg unterwegs sind, erspäht Gonker auf einmal etwas im Gebüsch und sprintet los. Und bleibt verschwunden. Stundenlang sucht Marshall das Gelände nach seinem Freund ab, ruft immer wieder seinen Namen, bis er völlig heiser ist. Aber ohne Erfolg. Als es dunkel wird, macht er sich schließlich niedergeschlagen auf den Weg nach Hause. Er weiß, dass Gonker – auch wenn er kräftig und clever ist – in Lebensgefahr schwebt. Denn sein vierbeiniger Freund leidet an einer chronischen Nierenkrankheit.

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Gonker braucht regelmäßig seine Medikamente. Seine letzte Injektion ist nun schon zehn Tage her, und das bedeutet: Wenn sie Gonker nicht in 23 Tagen finden, droht ihm ein grausamer Tod. Immer wieder machen sich Marshall und seine Familie auf den Wanderweg, immer auf der Suche nach Gonker. Sie hängen Plakate auf, fragen immer wieder, ob jemand ihren geliebten Golden Retriever gesehen hat. Sie erkundigen sich bei Parkwächtern, bei der Polizei, in Tierheimen, aber von Gonker fehlt jede Spur. Jeden Tag gehen sie mit einem Megafon in die Büsche und rufen nach Gonker. Marshall wird immer verzweifelter, seine Hoffnung immer kleiner.

Appalachian Trail Section Hike Day 8

Bis sie einen Telefonanruf aus Wintergreen bekommen – 180 km von der Stelle entfernt, an der Gonker verschwunden ist. Mittlerweile sind 15 Tage verstrichen. Am anderen Ende der Leitung ist ein Polizist, der dem erstaunten Marshall mitteilt, dass Gonker gefunden wurde. Man hat den Streuner aufgelesen, als er aus einer Mülltonne fraß. Marshall ist außer sich vor Freude.

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Sofort macht er sich auf den Weg! Und das Wiedersehen ist unglaublich: Gonker rennt mit riesigen Sätzen auf sein Herrchen zu und springt ihm in die Arme. Überglücklich kugeln die beiden sich im Gras. Sie erleben noch viele schöne gemeinsame Jahre und sind unzertrennlich. Das Megafon hat einen Ehrenplatz bekommen und hängt seitdem an Marshalls Wand.

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Was für ein glücklicher Zufall. Als Marshall schon alle Hoffnung aufgegeben hatte, kam Gonker doch zurück in sein Leben. Die beiden haben eben eine besondere Verbindung, für die es sich zu kämpfen lohnt.

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