Bauern malen Kühen in Botswana Augen auf Hintern als Schutz vor Löwen.

Die Kühe dieser Herde in Botswana tragen ein aufgemaltes Augenpaar auf dem Hinterteil. Hier hat sich aber nicht etwa ein Künstler an lebenden Leinwänden ausprobiert, das Ganze hat einen Sinn: Die falschen Augen sollen die Kühe vor Übergriffen von Löwen schützen.

Youtube/Les Observateurs France 24

Vorangetrieben wurde die Idee vom australischen Forscher Neil Jordan. "Es fiel mir zunächst schwer, offen über diese Methode zu reden, weil es so lächerlich klingt", gibt er zu. "Aber es gibt biologische Beweise. Studien haben gezeigt, dass Schmetterlinge augenähnliche Muster auf ihren Flügeln haben, um Vögel abzuschrecken. Sogar Menschen können eine Attacke durch ein Tier abwehren, indem sie eine Maske mit Augen am Hinterkopf tragen. Also warum nicht auch auf Kuhhinterteilen?" 

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Verschiedene Bauern in Botswana, deren Weideland an Naturreservate mit Löwenbestand angrenzt, haben die aufgemalten Augen bei einigen ihrer Tiere ausprobiert. Mit Erfolg: Im Gegensatz zu ihren ungekennzeichneten Artgenossen wurde keines dieser Tiere von einem Löwen angegriffen. 

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Aber die Aktion soll nicht nur die Kühe schützen, sondern vor allem die Raubtiere selbst. Momentan leben circa 1800 Löwen in den Gebieten zwischen Botswana, Simbabwe und Südafrika. In den letzten 20 Jahren wurden 500 von ihnen getötet - zumeist von Bauern, die die Löwen erschossen, die ihre Herden gejagt hatten. Ein aufgemaltes Augenpaar vermag also viele Tierleben auf beiden Seiten zu retten - ziemlich genial. 

In diesem Video erklärt Biologe Neil Jordan noch einmal (auf Englisch) das Projekt und seine Wirkung: 

Tolle Idee! 

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